Günther Benedikt Math
- * 05 Feb 1924, Oberstdorf
- † 07 Jul 1992, Kempten
1951
Günther Math erhält Ehrenzeichen für Rettung aus Bergnot
Am 25.05.1951 beantragte der Abschnitt Allgäu beim Deutschen Alpenverein in München das Ehrenzeichen für Rettung aus Bergnot.
Die Rettungseinsätze wurden seit 1947 einzeln aufgeführt:
03.01.47 Schochen, Law.Ungl.
09.03.47 Nebelhorn
23.03.47 Nebelhorn
14.04.47 Bacherloch
11.05.47 Seewände
18.06.47 Mädelegabel
21.07.47 Alpe Haldenwang
27.07.47 Seewände
12.08.47 Faltenbachtobel
30.12.47 Nebelhorn
21.01.48 Nebelhorn
03.02.48 Nebelhorn
01.03.48 Nebelhorn
24.02.49 Daumen
24.02.49 Nebelhorn
01.03.49 Nebelhorn
07.03.49 Nebelhorn
07.03.49 Nebelhorn
07.07.49 Sperrbachtobel
07.08.49 Seewände
11.08.49 Mädelegabel
11.09.49 Wildenfeld
15.09.49 Kemptner Hütte
06.01.50- Nebelhorn
08.01.50 Lawinenunglück
25.02.50 Wank
09.03.50 Nebelhorn
15.05.50 Nebelhorn
02.06.50 Seewände
26.06.50 Seewände
27.06.50 Seewände
03.07.50 Bärgündle
05.08.50 Rubihorn
11.08.50 Bacherloch-Katzentobel
11.08.50 Seewände
15.08.50 Mindelheimer Hütte
04.08.50 Bacherloch
22.08.50 Seewände
09.09.50 Seewände
07.10.50 Gr. Krottenkopf
06.01.51 Nebelhorn
21.01.51 Schlappoldkopf, Lawine
26.01.51 Zwerentobel, Lawine
27.01.51 noch Zwerentobel
04.03.51 Nebelhorn
24.03.51 Freib.Hütte, nachts
25.03.51- Einsätze Schöblick 5x
Darunter befinden sich schwere und sehr schwere Einsätze, insbesondere in den Seewänden, wobei einmal beim Abseilen ein schwerer Steinschlag das Doppelseil zu 50% kappte. Ferner, wird begründet, dass er die rechte Hand des Bergwachtleiters in Oberstdorf, des Oberinspektors Wilhelm Geißler sei, welcher den Vorschlag zur Ehrung ebenfalls begrüßt.
Die Ehrung fand in Oberstdorf, am 15.12.1951, im Cafe Binz, statt. Eingeladen waren Bürgermeister Kerle, Buchdruckereibesitzer Karl Hofmann, Landrat Ditterich, Regierungsinspektor Seberich und der Vorsitzende der Alpenvereinssektion Allgäu-Immenstad, Magnus Schraudolph.
1960
Mit Günther Math hatte die Bergwachtbereitschaft Oberstdorf einen echten Pionier in der Entwicklung des Funkwesens, auch weit über die Grenzen des Allgäus hinaus.
Das Sprechfunkgerät
Ein unentbehrlicher Helfer im Bergwacht-Rettungsdienst
Auszugsweise ein Bericht des Oberstdorfer Bereitschaftsleiters Günther Math:
„Wenn man mit der modernen Zeit und Technik, die sich auch im Rettungs- und Naturschutzdienst der Bergwacht bemerkbar macht, Schritt halten will, müssen auch die Rettungsgeräte auf dem neuesten Stand sein. Seit etwa zwei Jahren gehört dazu das Funkgerät.“ Weitere Ausführungen galten der Robustheit eines Funkgerätes und weiter:
„Der Bergwacht-Abschnitt Allgäu verfügt heute über 7 portable Geräte mit je 1,5 Watt Sendeleistung sowie über eine Feststation mit 15 Watt und Funk-Draht-Vermittlung. Mit Hilfe der Funk-Draht-Vermittlung ist es möglich, die Funkgespräche vom Berg direkt in das öffentliche Fernsprechnetz zu verbinden. Die Bereitschaften Hindelang, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf, welche im Besitz der beweglichen Geräte sind, haben im Jahr 1960 ihre planmäßigen Rettungs- und Naturschutzstreifen als Funkstreifen durchgeführt.
Die Feststation steht in Oberstdorf und ist jedes Wochenende von Samstag mittags, 13 Uhr bis Sonntag 21 Uhr in Betrieb. Während der Edelweißblüte ist die Feststation auch an Werktagen für die Naturschutzfunkstreifen und –Posten empfangsbereit“. Weiter werden die Vorteile der Funkstreifen an den Wochenenden auf den Hochgebirgshütten dargestellt und weiter heißt es:
„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mit unseren Funkgeräten die besten Erfahrungen gemacht. Im vergangenen Herbst hatten wir z.B. eine große Vermisstensuche. Ein junger Bergsteiger war spurlos verschwunden. Nur den Funkgeräten war es zu verdanken, dass wie nicht tagelang im ganzen Oberstdorfer und Hindelanger Gebiet mit vielen Männern vergeblich suchen mussten“.
1965
Der Oberstdorfer Bergwacht-Bereitschaftsleiter, Günther Math, 898 Oberstdorf, Elektrizitätswerk, wird stellv. Abschnittsleiter des Bergwacht-Abschnitt Allgäu.
Die Luftrettung wird neuer Ausbildungsschwerpunkt, der Bergwachtmann qualifiziert sich zum Rettungsspringer.
Mai 1966
Als Neuheit im deutschen Alpenraum richtet die Kurverwaltung Oberstdorf eine alpine Auskunftstelle ein. Mit Günther Math, dem langjährigen Einsatz- und Bereitschaftsleiter der
Bergwacht Oberstdorf, bekleidet eine profunde Fachkraft diese Stelle.
November 1966
Günther Math, Leiter der Bergwachtbereitschaft Oberstdorf, hält bei der III. Internationalen Lawinenkonferenz in Garmisch-Partenkirchen ein Referat über den Bergrettungsdienst in Deutschland.
1967
Günther Math wird Allgäuer Bergwacht-Chef
Der Tod von Fritz Hieber riss eine Lücke in die Bergwacht-Abschnittleitung. Sein Nachfolger wurde der Oberstdorfer Bergwacht-Bereitschaftsleiter Günther Math, 898 Oberstdorf,
Nebelhornstraße 51.
1969
Günther Math wird Stellvertreter des Landesausschussvorsitzenden
Als neuer Stellvertreter des Vorsitzenden wurde der Abschnittsleiter des Bergwacht-Abschnittes Allgäu, Günther Math, gewählt.
5. Februar 1975
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll
1. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
Für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes schlägt der Kulturausschuss dem LRO
Herrn Günther Math vor. – einstimmig –
Bei der Hauptversammlung der Bergwachtbereitschaft Oberstdorf am 7. Feburar 1969 wurde
überrachenderweise Günther Math nicht mehr zum Bereitschaftsleiter gewählt. Walter Benkler löste ihn ab.
1986
Seit 20 Jahren gibt Günther Math in der alpinen Beratungsstelle der Kurverwaltung, damals die erste derartige kommunale Einrichtung, Auskunft in allen Alpin- und Wintersportfragen.
Mai 1987
Günther Math, ein Pionier in den Bereichen Bergwacht, Luftrettung, Lawinensprengung und alpine Beratung, geht in Pension.
1992
Im Alter von 68 Jahren stirbt der langjährige alpine Berater der Kurverwaltung, Günther Math, der durch seine Art der Betreuung vieler Journalistenteams großen Anteil an der positiven Berichterstattung über Oberstdorf in den Medien hatte.
Günther Math war viele Jahre Bereitschaftsleiter der Bergwacht Oberstdorf, Abschnittsleiter des Bergwachtabschnitts Allgäu, Mitglied des Landesausschusses der Bergwacht Bayern, Pionier in der Funknetzerstellung des Allgäus und mit vielen Ehrungen ausgezeichnet.
Quelle: DIE BERGWACHT des Bayerischen Roten Kreuzes